„K&L-Betriebe müssen kein 48-seitiges Konzept im Vorhinein erstellen”, sagt Beraterin Marina Markanian zur Erschließung eines Geschäftsfelds. Bild: bpr Mittelstandsberatung

Neue Geschäftsfelder – Fakten und Bauchgefühl

17.09.2021 | Management

Worauf bei der Erschließung eines neuen Geschäftsfelds aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu achten ist und welche staatlichen Förderungen möglich sind, erklärt Marina Markanian von der bpr Mittelstandsberatung im Gespräch.

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Frau Markanian, wie können K&L-Betriebe die Erschließung eines neuen Geschäftsfelds angehen?

Der erste Schritt sollte in der Setzung eines Ziels liegen, gefolgt von einer strategischen Planung dieses zu erreichen. K&L-Betriebe müssen kein 48-seitiges Konzept im Vorhinein erstellen. Vielmehr sollten die Betriebe unternehmerisch bereit sein und sich fragen: Wo stehe ich? Was will ich? Wo will ich hin?

Wie finde ich Antworten auf diese Fragen?

Am besten mit einer Analyse der vier Felder Markt, Finanzen, Mitarbeiter und Prozess. Mit Blick auf den Markt bedeutet das: Welches Potenzial hat der anvisierte Markt? Wie sieht es mit Wettbewerben und Kunden aus? In Sachen Finanzen: Was kosten notwendige Investitionen? Wann rechnet sich das neue Geschäftsfeld? Bezüglich der Belegschaft: Können Mitarbeiter motiviert werden und die neuen Herausforderungen leisten? Und schließlich: Was muss im Betrieb umgestellt oder angeschafft werden?

Anschließend die geschaffenen Fakten mit dem Bauchgefühl abgleichen – das macht für mich Unternehmertum aus.

Welche staatlichen Förderungen stehen zur Verfügung?

Die Bundesländer bürgen für Betriebe gegenüber Banken, um volkswirtschaftlich förderungswürdige und betriebswirtschaftlich vertretbare Vorhaben zu ermöglichen. Werden zum Beispiel Arbeitsplätze geschaffen oder das Gemeinwohl in anderer Weise gefördert, haben die Landes- und Bundesregierung ein Interesse daran. Nicht rückzahlbare Zuschüsse gibt es zweckgebunden in einem breit gefächerten Spektrum unter anderem in den Bereichen Digitalisierung, erneuerbare Energien oder Elektromobilität. Zuschüsse durch Zinsvergünstigungen bei Unternehmenskrediten und Haftungsfreistellungen sind ebenso möglich.

Wie verschaffe ich mir einen Überblick?

Eine professionelle Beratung kann die individuellen Fördermöglichkeiten aufzeigen. Lieber einmal beraten lassen und die Sache richtig angehen als Fehler zu riskieren, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Für K&L-Betriebe ist die Fördermittel-Hotline des Profi-Clubs eine gute Anlaufstelle.

 

Frau Markanian, vielen Dank für das Gespräch.
  1. Mithilfe des KfW-Förderassistenten Antrag vorbereiten und Vorgang beschleunigen KfW-Förderassistent
  2. Finanzierungspartner suchen und Beratungsgespräch vereinbaren: Kredit wird nicht direkt bei der KfW beantragt, sondern über eine Geschäftsbank, Genossenschaftsbank oder Sparkasse
  3. Finanzierungspartner übernimmt Kreditantrag bei KfW
  4. Antragsprüfung durch KfW und Entscheidung über Förderung
  5. Kreditvertrag abschließen und neues Geschäftsfeld erschließen

Weitere Infos unter ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit

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