Marina Markanian, Betriebsberaterin bei der bpr Mittelstandsberatung. Foto: bpr Mittelstandsberatung

Was die Kennzahlen verraten

21.08.2020 | Management

Der Kennzahlen-Kompass als Online-Betriebsvergleich hat sich in der K+L-Branche etabliert. Die ermittelten Zahlen liefern eine gute Basis für effizienzsteigernde Maßnahmen.

Nüchternes Zahlenwerk? Mitnichten. Für Menschen wie Herbert Prigge oder Marina Markanian von der bpr Mittelstandsberatung erzählen die Ergebnisse des Kennzahlen-Kompass ganz eigene Geschichten. Erfolgsgeschichten – aber eben auch bisweilen Storys von verlorenen Umsätzen und sinkenden Margen. Betriebsberaterin Marina Markanian: „Natürlich ist es für einen Betriebsinhaber fantastisch, wenn seine Ergebnisse über denen der Branche liegen. Aber mindestens genauso wichtig ist es, ggf. die unter den Vergleichswerten liegenden Zahlen zu analysieren und geeignete Maßnahmen zu treffen.“

Kein Buch mit sieben Siegeln, sondern betriebswirtschaftliche Detektivarbeit ist in diesen Fällen gefragt. Beispiele? Liefern Prigge und Markanian ohne zu zögern. „Interessant ist immer ein Blick auf die Lohnumsätze pro Mitarbeiter. Der Lohnumsatz im Lackbereich der einzelnen Unternehmen schwankten dabei in 2019 erheblich, lagen im Schnitt aber unter 100.000 Euro. Doch einige Betriebe der Branche erzielten Lohnumsätze pro Mitarbeiter von weit über 150.000 Euro.“ Spannend nun die Frage, woran liegt die Bandbreite. Und – dies dann in der persönlichen Beratung – warum verzeichnet mein Unternehmen deutlich schlechtere (oder bessere) Werte?

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Der Kennzahlen-Kompass liefert zunächst sachliche Hinweise, nüchterne Zahlen und klare Fakten. Und bildet damit den Ausgangspunkt für die darauffolgende individuelle Analyse. „Gezeigt wird, wie die momentane individuelle betriebswirtschaftliche Situation im Vergleich zur gesamten Branche ist. Warum sich diese allerdings genauso darstellt, muss dann in einer weiteren Analyse ermittelt werden. Diese führt dann wieder zu Handlungsvorschlägen, um die Ergebnisse in Zukunft weiter zu verbessern.“ Versteckte Warnhinweise, schnell erkennbare Fehler – all dies erblickt das betriebswirtschaftlich geschulte Auge in den Aufstellungen.

Marina Markanian: „In unseren Beratungen nutzen wir den Kennzahlen-Kompass als Orientierung bei der Analyse der betriebswirtschaftlichen Daten. Und leiten daraus Maßnahmen ab, mit denen wir die einzelnen Bereiche der Unternehmen optimieren.“ Konkret: Welche Prozesse muss ich verändern, um bei gleicher Zahl der Mitarbeiter mehr produktive Stunden zu generieren? Wie kann ich das Lagermanagement verbessern, damit Aufträge schneller abgewickelt werden können? Kann ich mich strategisch besser aufstellen, um in den Preisverhandlungen mit Versicherern und Kunden stärker zu punkten?

„Aus dem Kennzahlen-Kompass leiten wir Maßnahmen ab, mit denen wir die einzelnen Bereiche der Unternehmen optimieren.“

Stellschrauben erkennen. Sie in die korrekte Richtung drehen. Und am Ende anhand des nächsten Kennzahlen-Kompasses die Auswirkungen validieren. Hilft auch beim Thema Marge, erklärt Herbert Prigge: „Der Blick auf die erzielten Renditen im Lackmaterial liefert zumeist auch Erkenntnisse über die Effizienz des Lackmaterials. Hintergrund: Produkte, mit denen ich schneller arbeiten kann, bringen mehr produktive Stunden. Dann zahle ich für den Mischlack vielleicht etwas mehr; kann aber dafür mehr Aufträge in der gleichen Zeit abwickeln.“ Was am Ende zu einer besseren Auslastung des Lackteams und so zu mehr verrechenbaren Stunden bei gleichen Lohnkosten führt.“ Dagegen selten, aber mit dem Betriebsvergleich zu entdecken: Der „Schwund“ großer Lackmengen im Unternehmen durch die Entnahme von Mitarbeitern.

Grundlage aller Überlegungen und Planungen bilden die Daten, die von den Marktteilnehmern in den eigenen Unternehmen erfasst und anschließend in die Online-Formulare eingegeben werden. Eine eindrucksvolle dreistellige Zahl war es in 2019. Spannend, wie viele Unternehmen der K+L-Branche sich in diesem Jahr beteiligen. Markanian: „Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Branche zu sehen, wird sicherlich spannend sein. Und jedem Teilnehmer klare Rückmeldung darüber geben, wie krisensicher sein Unternehmen aufgestellt ist. Wo es gut läuft – oder in welchen Bereichen noch Optimierung notwendig ist.“

Herbert Prigge, Geschäftsführer bpr Mittelstandsberatung

Herbert Prigge, Geschäftsführer bpr Mittelstandsberatung. Foto: bpr Mittelstandsberatung

So nehme ich teil

Teilnehmer können sich für den laufenden Betriebsvergleich im Internet anmelden. Unter der URL www.kennzahlen-kompass.de stehen dort die erforderlichen Informationen bereit. Eine weiterführende Beratung bieten zudem die Experten von bpr Mittelstandsberatung GmbH. Der Vergleich gilt als einer der größten der K+L-Branche und wird seit 2000 durchgeführt. Die hohen Sicherheitsvorkehrungen entsprechen den Standards beim Online-Banking. Die Ergebnisse des Kennzahlen-Kompasses werden einmal jährlich exklusiv den registrierten Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

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