Das Thema Nachhaltigkeit spielt auch in der Autobranche eine immer größere Rolle.

Aus alt mach neu

17.10.2022 | Nachhaltigkeit

Vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung steht heute eine Frage im Mittelpunkt vieler Diskussionen: Wie können wir mit den Ressourcen unseres Planeten sparsamer und umweltschonender arbeiten? Dies gilt auch für die Autobranche, die sich bei diesem Thema noch bis vor wenigen Jahren eher zurückhaltend verhalten hat. Ein zentraler Aspekt dabei: Instandsetzen statt Erneuern.

 

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Die Einsicht, dass wir in vielen industriellen Sektoren nicht einfach weitermachen können wie bisher, hat sich durchgesetzt. Das Dienstleistungsunternehmen Deloitte hat 2021 eine Studie in der Automobilbranche angestellt. Dabei wurden fast 200 Führungskräfte deutscher Autohersteller und -zulieferer zum Thema Nachhaltigkeit befragt. Das Ergebnis: Insgesamt 89 Prozent der Manager gaben an, dass das Thema stark an Relevanz gewonnen habe und Nachhaltigkeit ein „wesentlicher Bestandteil“ ihrer Geschäftstätigkeit sei.

Bei den großen Playern der Branche steht Nachhaltigkeit also weit oben auf der Agenda. Doch wie sieht es im Reparatursektor aus? Hier galt lange Zeit das Prinzip „Ersetzen vor Reparieren“. Das lag nicht zuletzt an den Herstellern selbst: Sie hatten die Fertigung kompletter Baugruppen an Zulieferer ausgelagert. Auch der wachsende Einsatz unterschiedlichster Werkstoffe, vor allem von Kunststoffen, machte die Reparatur solcher Module in vielen Fällen kaum noch wirtschaftlich. Also wurden bei einem Schaden ganze Baugruppen kurzerhand ausgetauscht – eine einfache Methode, die aber kaum nachhaltig ist. Nicht nur wegen des höheren Materialverbrauchs, sondern auch wegen des Aufwands für Transport und Logistik.

Vor allem Unternehmen aus Versicherungswirtschaft und Schadenmanagement drängen inzwischen jedoch nachdrücklich auf ein Umdenken: Das neue Motto lautet „Instandsetzen statt Erneuern“, nicht nur, um Kosten für teure Ersatzteile zu sparen, sondern auch, um das Schadenmanagement nachhaltiger zu machen. Dieser Trend ist nicht neu, doch zusätzliche Relevanz erhielt er durch die Störungen der Lieferketten im Zuge der weltweiten Pandemie. In den Kfz-Werkstätten hat man oft gar keine Wahl: Werden Ersatzteile nicht oder nicht rechtzeitig geliefert, muss halt repariert werden.

Unterstützung erhalten die Betriebe dabei von Werkzeugherstellern. Sie haben viele innovative Produkte auf den Markt gebracht, mit denen sich jetzt auch Schäden beheben lassen, deren Reparatur früher als zu zeitaufwendig oder teuer galt. Selbst gravierende Blechschäden können inzwischen mit neuartigen Geräten repariert werden. Und auch beschädigte Kunststoffteile, die früher sofort ausgetauscht wurden, lassen sich mit speziellen Klebstoffen wieder in Schuss bringen.

Letztlich entscheidend ist jedoch die Bereitschaft in den Werkstätten, stärker auf Instandhaltung zu setzen. Dafür braucht es nicht nur Vorgaben (und angepasste Vergütungen) der Versicherungswirtschaft und eine moderne Werkstattausstattung. Sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Umgang mit diesen Geräten geschult sind – und die das Prinzip „Instandsetzen statt Erneuern“ verinnerlicht haben.

Mehr zum Thema in der aktuellen Color News Ausgabe.

 

 

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