Marina Markanian unterstützt als Betriebsberaterin K&L-Betriebe in ganz Deutschland. Foto: color.news

Betriebe nutzen Energieersparnisse

26.03.2020 | Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit, ökologischer Fußabdruck, CO2-Bilanz: Themen, um die sich auch die Betriebsinhaber von Karosserie- und Lackbetrieben Gedanken machen, wie Marina Markanian von der bpr Mittelstandsberatung beobachtet. Sie unterstützt als Betriebsberaterin Karosserie- und Lackbetriebe in ganz Deutschland.

Frau Markanian, eine Autolackiererei und ökologisches Bewusstsein – passt das zusammen?

Sogar sehr gut! In den letzten Jahren beschäftigen sich immer mehr Betriebe damit, wie sie Energie einsparen können oder mit Ressourcen besser umgehen. Hierzu bekommen wir sehr viele Anfragen.

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„Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist auf jeden Fall da”

Aus welchen Gründen beschäftigen sich die Werkstätten mit diesen Themen?

Zunächst einmal ist das Thema Nachhaltigkeit in den Medien und der Gesellschaft sehr präsent. Bei den Betrieben ist es meistens so, dass es einen konkreten Anlass gibt, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen.

 Nehmen wir den Bereich Energieersparnis. Der kommt oftmals in den Blick, wenn ein Umbau oder ein Neubau ansteht. In der Regel stehen dann Möglichkeiten der Kostenoptimierung im Vordergrund, vor allem wenn größere Investitionen getätigt werden. Wenn sich z.B. durch eine Photovoltaikanlage die Stromkosten langfristig deutlich senken lassen, wird durchaus eine Anschaffung erwogen.

Wie sieht es mit Umwelt-Vorgaben etwa von Kommunen aus? Machen die den Unternehmen mitunter zu schaffen?

Das kann vor allem bei Neubauten der Fall sein. Neulich war ich bei einem Kunden, der in einem neuen Gewerbegebiet bauen wollte. Da waren Energieeffizienzmaßnahmen Voraussetzung, um sich überhaupt in diesem Gewerbegebiet ansiedeln zu dürfen. Gerade in solchen Fällen gibt es verschiedene Möglichkeiten, Fördergelder zu beantragen.

Am Thema Nachhaltigkeit kommt heute also niemand mehr vorbei?

Das liegt vor allem an den steigenden Energiepreisen. Zwar betragen die Energiekosten im Schnitt derzeit nur rund 2,7% vom Rohertrag, aber dieser Anteil wird in Zukunft sehr wahrscheinlich höher werden. Damit müssen sich die Betriebe auseinandersetzen. Und je nach Kundensegment könnten die Anforderungen steigen, was die umweltverträgliche Arbeitsweise des Betriebes angeht. Die sind bei einem Privatkunden, der seinen Tesla in die Werkstatt bringt, natürlich höher, als im Bereich der Schadensteuerung.

Abgesehen von den Bemühungen um Energieeinsparung: Was kann ein K&L-Betrieb sonst noch tun?

Vieles. Strenger prüfen, ob ein Ersatzteil bestellt und geliefert werden muss oder ob nicht doch eine Instandsetzung möglich ist. Sparsamer mit Rohstoffen umgehen. Dazu gehört dann auch, dass man kleine Mengen Lack anmischt und so keinen Lack entsorgen muss. Das geht heute alles dank technischer Unterstützung, etwa mit dem Daisy Wheel. Und auch der Lack muss unter die Lupe. Wenn Sie ein Material verwenden, das nur kurz bei niedrigen Temperaturen getrocknet werden muss, ist das per se sparsamer und wirtschaftlich effizienter. Zudem haben wir festgestellt, dass moderne Multifunktionsarbeitsplätze ressourcenschonender sind.

Gesetzt den Fall, ein Unternehmer plant einen energieeffizienten Umbau seines Betriebes. Was empfehlen Sie ihm?

Er sollte sich auf jeden Fall mit einem Energieberater in Verbindung setzen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, z.B. Fördergelder des Bundes in Anspruch zu nehmen. Wir unterstützen hier gerne.

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