Ist Nachhaltigkeit auch ein Faktor für die K&L-Branche? Foto: iStock 528565666

Bringt uns Nachhaltigkeit weiter?

30.03.2020 | Nachhaltigkeit

Hohe Qualität, guter Preis. Die beiden Faktoren zählen seit Jahren. Kommt jetzt ein neuer Anspruch hinzu?

Nachhaltigkeit. Jeder verwendet den Begriff, aber keiner kann ihn präzise erklären. Die UN haben 1987 festgehalten: „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation befriedigt, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“ Nachhaltigkeit in diesem Sinne umfasst also verantwortungsvolles Handeln in den drei Bereichen Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit. Alles klar?

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Und was bedeutet dann Nachhaltigkeit für den Unternehmer? Für Sie? Vielleicht, dass Ihre Kinder freitags die Schule verlassen, mit Greta auf die Straße gehen und fragen, warum Sie ausgerechnet in der Automobilbranche arbeiten? Ihre Antwort, ganz reduziert: Weil es satt macht. Sie, Ihre Familie und Ihre Mitarbeiter. Zurück bleibt dann vielleicht doch der leise Gedanke: „Habe ich denn überhaupt die Möglichkeit, ökologisch nachhaltiger zu wirtschaften bei gleichzeitiger Wahrnehmung meiner ökonomischen und sozialen Verantwortung?“

Zurück auf Start. Braucht es denn Nachhaltigkeit? Und falls ja – wie können wir uns diesem Thema nähern? Ein Ansatz: Was verlangen die Kunden? Anders: Ist Nachhaltigkeit ein Wettbewerbsvorteil? Steigt der Gewinn? Und die Behörden. Sparen wir Steuern, wenn wir nachhaltig wirtschaften? Ist die Betriebsgenehmigung leichter zu bekommen? Gibt es etwa Zuschüsse? Und die Mitarbeiter? Habe ich mehr Chancen auf Fachkräfte, wenn ich ein nachhaltiger Betrieb bin? Oder ist es einfach nur der Wunsch, ein wenig Gutes zu tun? Im Trend zu schwimmen?

Der IDENTICA-Partner Marko Franke ist ein Tesla Approved Bodyshop. Die Niggemeyer GmbH produziert Energie mit einem Blockheizkraftwerk. Und die Strakeljahn-Gruppe setzt – neben vielen anderen Projekten – auf die papierlose Verwaltung. Sind diese Unternehmer damit nachhaltig? An welchen Stellschrauben können oder müssen Sie drehen? Und wie kann Sie von „Ihrer“ Nachhaltigkeit profitieren? Lässt sich der Energieverbrauch beim Heizen, Lackieren und Trocknen reduzieren? Lassen sich mögliche technische Neuerungen realistisch finanzieren? Können Sie Ihre Belegschaft von geänderten Abläufen überzeugen. Ist sichergestellt, dass es keine Störungen in Ihren Prozessen gibt? Und wie reagieren Ihre Kunden?

Wir möchten Sie gerne bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen begleiten – in unserem Schwerpunkt „Nachhaltigkeit“. Kein präziser Wegweiser für den nachhaltigen Betrieb – dafür ist das Thema zu komplex. Aber Auftakt zu einer ganzen Reihe von Themen, die sich im Jahr 2020 mit unserer ökologischen, ökonomischen und sozialen Verantwortung beschäftigen. Wenn Ihr Wille zur Veränderung da ist, gibt es auch Wege.

Im Deutschen taucht das Wort erstmals im 18. Jahrhundert als Fachbegriff in der Forstwirtschaft auf. Damals wurden die deutschen Urwälder nahezu dem Erdboden gleichgemacht, weil für die wachsende Bevölkerung Feuerholz und Baumaterial benötigt wurde. Hilfe tat not. Und die funktionierte so: Für jeden Baum, der gefällt wurde, musste ein neuer gepflanzt werden, damit auch die nächste Generation ihr Bedürfnis nach Wärme und Wohnraum befriedigen konnte. Übrigens verdanken wir dieser nachhaltigen Strategie, dass heute knapp ein Drittel der Republik mit Wald bedeckt ist

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