Einer der ersten Elektroauto-Hersteller, die den Markt aufrollten, war und ist Tesla. Foto: Tesla

Der frühe Vogel

19.03.2020 | Nachhaltigkeit

Als Tesla Approved Bodyshop gehört das Unternehmen von Marko Franke (noch) zu den Elektropionieren unserer Branche.

Zäh war es in den ersten Jahren. Doch derzeit wächst die Dynamik. Elektro wird salonfähig. Einer der ersten Hersteller, die den Markt aufrollten, war und ist Tesla. Und einer der ersten Lackier- und Karosseriebetriebe, die hierzulande eine Zulassung als Tesla Approved Bodyshop erhielten, ist IDENTICA Franke im thüringischen Ellichleben. Warum er in das Thema investiert? Und weshalb er hier Chancen für sein Unternehmen sieht? Fragen, die Marko Franke persönlich beantwortet.

Herr Franke, wie und warum wird man Tesla Approved Bodyshop?

Die Bewerbung als Tesla Approved Bodyshop habe ich vor mehr als zwei Jahren angestoßen. Das Thema Elektromobilität stand damals noch eher in den Startlöchern. Und genau darin sah ich unsere Chance, diese Leistung als neues Geschäftsfeld für uns aufzugreifen. Darin bestärkten mich auch Kontakte aus der Branche, die Karosserie- und Lackinstandsetzung für Tesla ebenfalls als ein interessantes und vor allem zukunftsorientiertes Geschäft einschätzen.

Anzeige

Nach Meinung Marco Frankes steht die Elektromobilität vor einem Durchbruch auf dem deutschen Markt. Foto: IDENTICA

Wie schnell konnten Sie Ihr Vorhaben umsetzen?

Der Prozess von der ersten Kontaktaufnahme bis hin zur endgültigen Zertifizierung hat 18 Monate gedauert. Damit verbunden waren sehr viele und aufwendige Investitionen und spezielle Aus- und Weiterbildungen.

Seit wann haben Sie die Zulassung und welche Arbeiten dürfen Sie ausführen?

Seit Dezember 2019 sind wir offiziell Tesla Approved Bodyshop und dürfen sämtliche Reparatur- und Garantiearbeiten an allen Tesla-Fahrzeugen durchführen.

Mussten Sie organisatorische Abläufe ändern, Sicherheitskriterien anheben, Brandschutzkonzepte erstellen?

Die organisatorischen Abläufe bei der Arbeit an Tesla lassen sich sehr gut mit unserem laufenden Geschäftsbetrieb vereinen. Bezüglich der Arbeitsplatzausstattung haben wir im Rahmen der Zertifizierung einen vollausgestatteten Aluminium-Arbeitsplatz und drei Arbeitsplätze geschaffen. Hierfür wurde eine neue Halle an die bestehende angebaut und das entsprechende Equipment angeschafft. Die Investitionen belaufen sich insgesamt auf rund eine halbe Million Euro, zuzüglich des administrativen Aufwands und der Arbeitszeit.

Gibt es Unterschiede in der Zusammenarbeit mit Tesla und anderen Herstellern?

Der wohl gravierendste Unterschied in der Zusammenarbeit im Vergleich zu anderen Herstellern ist die englische Sprache. Jeder Vorgang und jeglicher Schriftverkehr erfolgen ausschließlich auf Englisch. Die Anforderungen an die Qualität sind hoch, doch da dies unseren eigenen hohen Qualitätsanforderungen entspricht, unterscheiden wir hier nicht gegenüber anderen Herstellermarken.

Wie viele Mitarbeiter sind bei Ihnen in das Arbeitsumfeld Tesla eingebunden?

Inklusive der administrativen Bereiche sind fünf Mitarbeiter in das Thema Tesla involviert.

Wie steht Ihr Team zu Tesla bzw. Elektromobilität?

Das Interesse der Mitarbeiter am Thema Elektromobilität ist vorhanden. So wie alle Neuerungen wird auch dieser Geschäftsbereich mit Interesse betrachtet. Die Bereitschaft zu Weiterbildungen, Schulungen und Kennenlernen ist sehr groß.

Verändert sich das Werkstattbild durch Tesla bzw. mehr Elektromobilität?

Ein Tesla hebt sich von seiner Erscheinung bis hin zu den Reparaturverfahren von anderen Fahrzeugen ab und hat somit schon einen gewissen Alleinstellungswert. Nach meiner Einschätzung wird es zukünftig immer mehr E-Fahrzeuge geben, die sich nach und nach in das Werkstattbild integrieren werden.

Ist die Reparatur von Tesla für Sie ein Imageprojekt oder ein Geschäftsmodell?

Die Reparatur von Tesla-Fahrzeugen ist momentan ein Nischen-Produkt, das sich meiner Meinung nach gerade rasant zu einem Geschäftsmodell entwickelt. Sicher ist Tesla hierbei ein Vorreiter für E-Fahrzeuge anderer Hersteller. Als zukunftsorientiertes Unternehmen wäre es ein Fehler, hier nur oder überwiegend den Imagevorsprung zu sehen. Für uns handelt es sich bei Tesla um einen entscheidenden Part der zukünftigen Mobilität.

Vermarkten Sie oder vermarktet Tesla Ihr Angebot aktiv?

Tesla-Besitzer werden vom Hersteller aktiv auf unsere Leistungen aufmerksam gemacht und uns direkt zugewiesen. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda und diverse Öffentlichkeitsbeiträge wird die Vermarktung zusätzlich angetrieben.

Wissen Sie, wie viele Partner Tesla sucht bzw. in Deutschland zulässt?

Eine Zahl kann ich Ihnen hier nicht nennen. Jedoch baut Tesla seine Kapazitäten in Deutschland und Europa kontinuierlich aus, somit werden auch noch weitere Partner hinzukommen. Tesla achtet dabei präzise auf die jeweilige Nachfrage.

Wie schaut es mit E-Fahrzeugen anderer Hersteller aus?

Derzeit haben wir noch keine E-Fahrzeuge anderer Hersteller im Werkstattbetrieb. Zukünftig wird aber auch das mit Sicherheit der Fall sein.

Würden Sie diesen Weg wieder beschreiten?

Meiner Meinung nach steht die Elektromobilität vor einem Durchbruch auf dem deutschen Markt. Hierbei spielen viele Faktoren – unter anderem staatliche Auflagen und natürlich auch gewisse Förderungen – eine Rolle. Trotz der teilweise noch ungelösten Fragen bin ich sehr froh, frühzeitig in das Thema eingestiegen zu sein. So konnte ich die Entwicklung und die vorhandenen Potenziale von Beginn an mit ausschöpfen und für unsere Firma weiterentwickeln, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig und vor allem erfolgreich sein zu können.

Vielen Dank für das Gespräch.

Anzeige

Anzeige