Eva Rothe, Commercial Director bei der Arval Deutschland GmbH.

Instandsetzung bevorzugt

18.11.2022 | Nachhaltigkeit

Die Arval Deutschland GmbH wurde 1989 gegründet und hat sich seitdem auf neue Mobilitätslösungen für deren Kunden spezialisiert. Der Commercial Director dieses Unternehmens ist Eva Rothe. Sie erzählt, dass bei der Arval Deutschland GmbH schon immer nach dem Prinzip „Instandsetzen statt Erneuern“ gearbeitet wird. Ihrer Meinung nach gibt es jedoch wichtige Voraussetzungen für die Instandsetzung eines Fahrzeugs.

 

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Wie stehen Flottenbetreiber wie Arval generell zum Thema „Instandsetzen statt Erneuern“? Unterstützen Sie diese Entwicklung, und wenn ja, wie?

Eva Rothe: Wir von Arval bevorzugen grundsätzlich Instandsetzen statt Erneuern. Daher haben wir diese Regelung auch in den Vereinbarungen mit unseren Werkstattpartnern festgesetzt. Der Fokus liegt darauf, Komponenten mit sofort verfügbaren Mitteln wieder funktionsfähig zu bekommen, anstatt ganze Bausätze zu erneuern. Die Aktualität zeigt sich insbesondere aufgrund der heutigen Schwierigkeiten bei der Ersatzteilbeschaffung mit teils exorbitant langen Lieferzeiten. Ein positiver Effekt, der sich darüber hinaus ergibt: Versicherungsprämien können dauerhaft stabilisiert bzw. reduziert werden.

Welche Schäden, bei denen früher in aller Regel Ersatzteile verwendet wurden, lassen Sie heute instand setzen?

Eva Rothe: Wir haben bei Arval den Grundsatz „Instandsetzen statt Erneuern“ schon immer verfolgt. Allerdings führen die bereits erwähnte Ersatzteilproblematik und die gleichzeitig extrem langen Lieferzeiten für Neuwagen dazu, dass ein Fahrzeug, welches früher als eher Totalschaden aus der Flotte genommen worden wäre, nun repariert wird. Darüber hinaus trägt auch der technologische Fortschritt dazu bei, dass immer mehr und komplexere Schadensbilder instandgesetzt werden können.

Instandsetzung spart Ressourcen, braucht aber manchmal deutlich mehr Werkstatt-Arbeitszeit. Wie rechnet sich das für einen Flottenbetreiber?

Eva Rothe: Die Instandsetzung rechnet sich für Flottenbetreiber insbesondere dann, wenn das Fahrzeug aufgrund fehlender Ersatzteile wochen- oder monatelang nicht fahrbereit beim Werkstattpartner stehen würde und folglich hohe Kosten für das Mieten von Ersatzfahrzeugen entstehen. Ein weiterer Aspekt sind die sehr stark gestiegenen Ersatzteilkosten, die die höhere Arbeitszeit einer Instandsetzung oftmals relativieren. Zuletzt möchte auch der Kunde sein eigenes Fahrzeug gerne so schnell wie möglich zurückhaben, vor allem wenn dieses über spezielle Sonderausstattungen wie beispielsweise eine Anhängerkupplung verfügt. Gerade, wenn diese bei einem Ersatzfahrzeug nicht zur Verfügung steht.

Planen Sie, den Instandsetzungs-Anteil bei Ihren Schäden/Reparaturen in Zukunft weiter zu erhöhen?

Eva Rothe: Wenn es möglich ist, setzen wir bevorzugt auf Instandsetzung statt Erneuerung. Die Voraussetzung dafür ist jedoch die Sicherstellung von hoher Qualität, technischer Umsetzbarkeit, Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Wie haben sich die technischen und organisatorischen Anforderungen an Werkstätten, die mit Arval zusammenarbeiten wollen, verändert?

Eva Rothe: In unserer Leasingfahrzeugflotte haben wir größtenteils die neuesten Fahrzeuge mit den entsprechenden technischen Ausstattungen, wie beispielsweise den modernsten Assistenzsystemen. Darüber hinaus setzen wir verstärkt auf alternative Antriebe. Folglich müssen auch unsere Partnerwerkstätten dahingehend entsprechend aufgestellt sein und nicht nur sicherstellen, dass sie über das nötige Equipment verfügen, sondern auch, dass ihre Mitarbeitenden entsprechend ausgebildet sind.

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