Mit ein paar Anpassungen können Werkstätten ihre Klimabilanz schnell verbessern

Nachhaltig investieren

2.05.2022 | Nachhaltigkeit

Deutschland will umweltbewusster werden. Für große Stromschlucker ist in diesen Plänen kein Platz. Doch die K&L-Branche arbeitet energieintensiv,  schon allein wegen der Geräte. Mit Optimierungen können Werkstätten ihre Klimabilanz jedoch verbessern.

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Nein, Greta ist unschuldig. Nicht sie oder ihre Bewegung Fridays for Future haben den Begriff des CO2-Fußabdrucks (Carbon Footprint) in die Welt gesetzt. Entwickelt wurde er von dem Schweizer Forscher und Vordenker Mathis Wackernagel und seinem kanadischen Kollegen William Rees. Richtig bekannt wurde die Bezeichnung aber erst – man glaubt es kaum – durch eine 250 Millionen US-Dollar teure Werbekampagne des Öl- und Gas-Konzerns BP im Jahr 2004. Ziel: die Wahrnehmung der Verantwortung für die globale Erwärmung von der fossilen Energiewirtschaft hin zum individuellen Verbraucher zu lenken. Angekommen – mittlerweile gehört der CO2-Footprint nicht nur zum festen Sprachgebrauch der Menschheit. Er prägt auch das Denken und Handeln von Personen, Institutionen und Staat. Beispiel: Die Einführung der CO2-Bepreisung in 2021. Für Politiker und Wissenschaftler das (derzeit) beste Instrument, den klimaschädlichen CO2-Fußabdruck zu minimieren.

Diagramm Emission UN-Klimarahmenkonvention

Emission der von der UN-Klimarahmenkonvention abgedeckten Treibhausgase

Bei hohem Energieverbrauch höhere Abgaben

Ziel: Je mehr fossile Brennstoffe wie Gas, Öl oder Benzin ein Unternehmen verbraucht, desto höher ist der Preis, der für diese Rohstoffe bezahlt werden muss. Derzeit betragen die Abgaben moderate 25 Euro pro Tonne CO2. Schon 2025 sollen diese dann 55 Euro betragen. Abseits aller entstehenden Kosten – eine Verringerung des CO2-Ausstoßes und damit eine Reduzierung der Erderwärmung ist nach Ansicht renommierter Wissenschaftler dringend notwendig. Positive Anmerkung des Umweltbundesamtes. „Die deutschen Treibhausgasemissionen sind zwischen 1990 und 2019 um über 35 Prozent gesunken. Die Daten der Vorjahresschätzung für das Jahr 2020 zeigen einen Rückgang von etwa 41 Prozent gegenüber 1990.“

Welche Rolle spiel dabei das Handwerk?

Das Umweltbundesamt nennt für den Komplex „Gewerbe, Handel und Dienstleistung“ in 2020 einen vergleichsweise geringen Wert von circa 28 Prozent (siehe auch Tabelle). Allerdings handelt es sich dabei um Durchschnittswerte aller Branchen. Die energieaufwendigen Gewerbe wie Karosseriebau und Fahrzeuglackierung dürften eher zu den größeren Verbrauchern zählen. Michael Zülch, Zülch Consulting: „Unsere Statistik auf Basis des Betriebsvergleichs Kennzahlenkompass zeigt, dass der durchschnittliche Anteil der Energiekosten am betrieblichen Rohertrag bei rund 3 Prozent liegt. Dabei sehen wir allerdings ganz klare Unterschiede zwischen Betrieben, die in nachhaltige Maßnahmen investiert haben und jenen, die hier bislang nicht aktiv waren.“ So macht nach Angaben von Zülch bei den „Investoren“ dieser Kostenanteil nur rund 1,5 Prozent aus. (siehe Tabelle)

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