Dietmar Rausch, Product Marketing Manager Axalta Deutschland. Foto: Spies Hecker

Lackmaterialien deutlich effizienter

27.03.2020 | Nachhaltigkeit

Dietmar Rausch, Product Marketing Manager Axalta Deutschland, ist seit über zwei Jahrzehnten in der Lackbranche unterwegs. In Sachen Nachhaltigkeit ist schon lange einiges in Bewegung, erklärt der langjährige Experte im Interview mit der color.news.

Herr Rausch, ist das Thema Nachhaltigkeit in der Lack-Branche relevant?

Definitiv, und zwar schon lange bevor das Thema in der Öffentlichkeit so präsent wurde. Denken Sie z.B. an das Lösungsmittelreduzierungsgesetz, die sogenannte VOC-Verordnung im Jahre 2002. Für uns als Lackhersteller war dies bereits in den 90-er Jahren der Anlass, deutlich umweltfreundlichere Lacke auf Wasserbasis zu entwickeln. In dieser Zeit wurden auch die 2K-Deck- und Klarlacke auf High-Solid-Basis entwickelt. Der Festkörper der spritzfertigen Mischung wurde damit auf über 60% angehoben, was zu einer deutlichen Reduzierung von Lösemitteln beigetragen hat. Und unsere Kunden sind den Weg mitgegangen.

An welchem Punkt sind wir heute bei der Lackentwicklung angekommen?

Unser aktuelles Speed-TEC System setzt neue Maßstäbe. Hier ist die umweltfreundliche Kombination ausschlaggebend. Auf der einen Seite im System mit unserem bewährten umweltfreundlichem Wasserbasislack, auf der anderen Seite gerade auch gemeinsam mit unserem neuen Speed-TEC Füller und Klarlack, die beide mit einer patentierten Technologie ausgestattet sind.

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„Wir bewegen uns in die richtige Richtung”

Bei all diesen Produkten liegt der Nutzen darin, dass es sich um ein VOC konforme Materialien handelt – mit der Eigenschaft bei wenig Energieeinsatz schnell und effizient zu trocknen. Hier kann z.B. die Trocknungstemperatur von 60°C um 20°C gesenkt werden – dies bei einer Trocknungszeit von circa 15 Minuten. Dadurch wird dieses System hocheffizient in den Prozessabläufen des Lackierbetriebes. Die Einsparung an Energie ist erheblich und sichert einen enormen Beitrag zum Umweltschutz.

Also ist das Thema Nachhaltigkeit für Sie lösbar?

Wir bewegen uns als Branche sicherlich in die richtige Richtung. Aber in den Werkstätten erleben wir umfassende Abläufe, die sich nicht alle von heute auf morgen komplett direkt umstellen lassen. Denn das Thema ist komplex, hat viele Facetten und kann nicht nur unter einem Gesichtspunkt betrachtet werden. Chemie und Physik, Qualität und Kosten – alles muss passen. Und drehe ich an der einen Stellschraube, entsteht ggf. an anderer Stelle eine neue Herausforderung.

Wo sehen Sie konkrete Ansätze in der Werkstatt?

Natürlich zunächst bei der Steigerung der Effizienz. Das bedeutet nicht nur den Einsatz von hocheffizienten modernen umweltfreundlichen Produktsystemen allein. Es bezieht sich auch auf die organisatorischen Abläufe im Betrieb. Wie oft heize ich eine Kabine auf? Kann ich Restwärme nutzen? Wie lange steht das Tor offen? Daneben sind viele Hersteller dabei, umweltfreundlichere Varianten von Verbrauchsmaterialien wie Abdeckfolien oder Lackbecher zu entwickeln. Auch der Auftragswirkungsgrad der Spritzpistolen wird sicherlich weiterentwickelt – in allen Feldern ist derzeit viel Bewegung.

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