Sebastian Scholz, Vertriebsleiter Deutschland und Österreich SATA GmbH & Co. KG

“Signifikante Energieeinsparungen in den letzten Jahren”

21.08.2020 | Nachhaltigkeit

An vielen Stellen im K+L-Betrieb lohnt sich die Prüfung, ob Arbeitsabläufe energieeffizienter gestaltet und Materialien sparsamer eingesetzt werden können. Im Interview mit Sebastian Scholz von SATA nehmen wir alles rund um die Lackierpistole in den Blick.

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Herr Scholz, wie lassen sich im Umgang mit der Lackierpistole Energie und Ressourcen sparen?
Zunächst einmal ist es wichtig, den Vorgaben und Empfehlungen der Lackhersteller genau zu folgen. Dazu gehören beispielsweise die Empfehlung der Düsengröße und das Einhalten des Schichtaufbaus innerhalb des Lacksystems. Schließlich werden die Produkte von den Herstellern mit Blick auf Qualität und Effizienz optimal aufeinander abgestimmt.

Worauf sollte der Lackierer noch achten?
Auf den gepflegten, sauberen Zustand seiner Lackierpistole. Dazu gehört die regelmäßige Reinigung, Wartung und Pflege der gesamten Lackierpistole. Weitere wichtige Aspekte sind die Qualität und das ausreichende Volumen der Druckluft. Diese sollte nicht nur sauber und trocken sein, sondern auch frei von Lackstörenden Substanzen. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle – etwa der Standort des Kompressors, sein Pflegezustand, der Aufbau und das Material des Druckluftnetzes, die Innendurchmesser der Druckluftleitung bis hin zum Anschlussnippel an der Lackierpistole.

Thema Druckluft: Inwieweit können Sie als Hersteller von Lackierpistolen Einfluss auf den Verbrauch und die Ersparnis nehmen?
Das ist nicht ganz einfach, denn einerseits geben uns die Materialhersteller vor, wie das Resultat am Ende auszusehen hat, andererseits versuchen wir natürlich immer energieeffizient zu arbeiten. Bis zu einem gewissen Punkt gelingt das auch, aber die Physik zeigt uns dann irgendwann einmal unsere Grenzen. Im Vergleich zur „alten“ Hochdrucktechnologie, die seinerzeit mit ca. 5 bar Zerstäuberdruck appliziert wurde, liegen wir heute zwischen 0,7 und ca. 2,0 bar. Das bedeutet, dass wir in den letzten Jahren signifikante Energieeinsparungen erzielen konnten. Der Auftragswirkungsgrad (Übertragungsrate) hat sich außerdem seit Ende der 80er Jahre fast verdoppelt.

Wo liegt denn Ihr Spielraum, was die Energieeffizienz beim Lackiervorgang angeht?
Wir liegen mit unserem Auftragswirkungsgrad deutlich über den gesetzlichen Vorgaben. Und wir sehen noch ein wenig Spielraum gerade bei der Entwicklung der Lackierpistole und dem dazugehörigen Düsensystem. Allerdings sind unsere Produkte nur ein Teil des gesamten Applikationsprozesses. Dieses ist ein Zusammenspiel aus dem eingesetzten Beschichtungsstoff – z.B. Lack – und der Zerstäuberleistung. Wenn der Lackierer beispielsweise dünnflüssiges Lackmaterial zerstäuben muss, braucht er weniger Energie als bei einem dickflüssigen Lackmaterial. Außerdem spielt die Lackiertechnik des Anwenders eine ganz wichtige Rolle. Wir wissen, dass Lackieren viel mit dem Gefühl und der Erfahrung des Lackierers zu tun hat. Hier beeinflussen der Lackierabstand, die Geschwindigkeit und die Form des Objektes den Verbrauch und somit den Overspray bei der Applikation.

Die Düse ist technisch betrachtet das entscheidende Teil für mehr Effizienz?
Nicht nur die Düse. Es ist das Zusammenspiel der Düsentechnologie und dem Aufbau der Lackierpistole. Technisch betrachtet ist der Düsensatz, bestehend aus Farbdüse, Farbnadel und Luftdüse, das Herz der Lackierpistole. Aber das gesamte System der Lackierpistole muss miteinander harmonieren, damit man die höchste Effizienz erreicht.

„Wir arbeiten Hand in Hand mit der Lackindustrie”

 Wie wichtig ist bei der Entwicklung einer Lackierpistole die Abstimmung mit den Lackherstellern?
Ein absolutes Muss. Wir arbeiten Hand in Hand mit der Lackindustrie. Oft stehen wir vor Herausforderungen, die wir gemeinsam lösen müssen. Schließlich haben wir fast immer dieselben Kunden mit demselben Ziel: Eine perfekte Lackierung.

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