Lackierfolien werden in Deutschland in der Regel verbrannt, können aber zum großen Teil recycelt werden. Foto: Horn & Bauer

Ich war eine Lackierfolie

13.05.2020 | Partner

Horn & Bauer startet gemeinsam mit SUEZ Deutschland ein Projekt zum umweltgerechten Folien-Recycling. 

Plastiktüten ausgegrenzt. Strohhalme verboten. Wie passt da das Thema Abdeckfolie in die heutige Zeit? Gut, wenn es nach Karsten Grötecke, Director Sales Automotive Aftermarket bei Horn & Bauer geht. „Vor zehn Jahren hatten wir schon den weltweit ersten biologisch abbaubaren Sitzschutzbezug. Zum damaligen Zeitpunkt war dies noch für viele Menschen uninteressant. 2019 haben wir dann das Produkt neu aufgelegt, da das Thema Nachhaltigkeit mittlerweile immer mehr von Interesse ist.”

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Karsten Grötecke Horn und BauerB

Karsten Grötecke, Director Sales Automotive Aftermarket bei Horn & Bauer. Foto: Horn & Bauer

Ergebnis: Heute sind nicht nur die speziellen Schonbezüge zu 100% recyclebar. Das gesamte Sortiment wurde so umgebaut, dass nun alle Produkte komplett wiederverwertet werden können.

Entsorgungssystem für Lackierfolien

Dazu gehören auch die Lackierfolien des Familienunternehmens, für die seit über 20 Jahren bereits ein eigenes Entsorgungssystem existierte.  Nun geht Horn & Bauer einen Schritt weiter. Statt geordneter Entsorgung soll jetzt ein umweltgerechtes Recycling stattfinden. „Gemeinsam mit dem Umweltdienstleister SUEZ Deutschland wollen wir unseren Kunden künftig diesen ökologisch wirksameren Weg anbieten“, so Grötecke.

Bislang werden Lackierfolien in Deutschland in der Regel komplett entsorgt und in thermischen Verwertungsanlagen energetisch verwertet. Doch die überwiegend aus Polyethylen hergestellten Folien sind sehr gut recyclebar. „Welche Recycling-Quote genau erreicht wird, ist unter anderem davon abhängig, wie sauber die Karosserie- und Lackierbetriebe trennen”, erklärt Grötecke. „Beeinflusst wird dies zusätzlich durch den Anteil von Lackmaterialien und Klebebandresten, die ja meist noch an den Folien haften.“

  • Gegründet 1924 durch Theodor Horn in Dresden
  • Angebot: Industriefolien und -verpackungen, technische Folien, Konsumverpackungen, Fahrzeugschutzsysteme
  • Standorte: Schwalmstadt (Stammsitz), Dinkelsbühl, Brampton (Großbritannien), Val de Reuil (Frankreich), Mataró (Spanien)
Horn und Bauer Kirchhain Lackierer Folie

Benutzte Folien werden gesammelt, dann per Hand in Säcken gepackt und schließlich von SUEZ abgeholt. Foto: Horn & Bauer

Einfache Online-Anmeldung

Die Besonderheit am gemeinsamen Entsorgungssystem von Horn & Bauer und SUEZ Deutschland ist die einfache Online-Anmeldung. Anmelden kann sich ein K&L-Betrieb in wenigen Schritten unter https://www.suez-deutschland.de/ruecknahmesystem/. Nach der bestätigten Registrierung eröffnet der Umweltdienstleister für den Betrieb ein eigenes Konto inklusive Kundenummer. Fertig. Wesentlicher Vorteil ist zudem die Flexibilität des Systems.

  • Gegründet 1858 als Suezkanal-Gesellschaft
  • Angebot: Entsorgung & Recycling, Wasserwirtschaft, Bau von Klär- und Wasseraufbereitungsanlagen
  • Standorte: Wesseling (Headquarter SUEZ Deutschland), Paris (Headquarter SUEZ Group), zahlreiche weitere nationale und internationale Standorte

„Wann Sammelsäcke abgeholt werden, entscheidet jede Werkstatt nach ihrem individuellen Bedarf. Es gibt keinen festen Abholturnus“, erklärt Olaf Postel, Head of SUEZ.rechain®. „Unser Kunde kann die Abholung zu jeder Zeit über unser Online-Portal SUEZ.cockpit anmelden. Der Vorlauf beträgt sieben Werktage. Die einzige Voraussetzung ist, dass mindestens zwölf unserer speziellen Sammelsäcke zur Abholung bereitstehen.“

Olaf Postel Rothwangl SUEZ Deutschland

Olaf Postel, Head of SUEZ.rechain®. Foto: Rothwangl/SUEZ Deutschland

K&L-Betriebe zahlen nur Sammelsäcke

Lieferquelle für die Behältnisse ist hier unter anderem auch Spies Hecker. Die Kosten für die Entsorgung zahlen die am Recycling-System teilnehmenden K&L-Betriebe über den Kauf dieser Säcke, in denen die Folien zwischengelagert und abtransportiert werden. Gibt es bereits konkrete Zahlen und Fakten?

„Noch ist die Recycling-Quote des Systems nicht bekannt. Derzeit sichten wir Qualitäten und Mengen, werten diese Zahlen aus. Aber schon jetzt kommen jeden Tag neue K&L-Betriebe hinzu, die sich beteiligen“, erklärt Postel. Einen weiteren Ansturm erwartet SUEZ, wenn die Corona-Beschränkungen gelockert werden.

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