Der Porsche 911 CUP des Teams BLACK FALCON im IDENTICA Design fährt ab 27. Juni wieder über echte Rennstrecken. Foto: IDENTICA/BLACK FALCON

Monitor statt Benzingeruch

14.05.2020 | Partner

Wegen der Corona-Pandemie brettern die Boliden der Nürburgring Leistungsserie (NLS) erst wieder ab dem 27. Juni 2020 über echte Rennstrecken. Der von IDENTICA gesponserte Rennstall BLACK FALCON liefert sich derweil packende Duelle bei der Digitalen NLS.

Benzin in der Luft, qualmende Reifen, höllischer Motorenlärm, verbissene Zweikämpfe, ultraschnelle Boxenstopps – all das begeistert Motorsport-Fans bei der NLS, zumal sie die Rennen im Gegensatz zur Formel 1 nicht nur am heimischen TV-Gerät, sondern vor Ort in Deutschland verfolgen können. Hautnah und mit Boliden wie dem Porsche 911 CUP des Teams BLACK FALCON im typischen IDENTICA Design.

Carlos Rivas Black Falcon

Carlos Rivas, amtierender Meister der Porsche Carrera CUP Deutschland Amateurwertung. Foto: BLACK FALCON

Marek Böckmann Black Falcon

Beim ADAC Digital Cup erreichte Marek Böckmann einmal den dritten Platz in der Gesamtwertung. Foto: BLACK FALCON

Corona bremst den Motorsport aus

Doch Corona hat auch den Motorsport ausgebremst. Die NLS konnte nicht wie geplant im Frühjahr starten, so dass das erste Rennen auf den 27. Juni verlegt wurde. Aber was tun mit der langen Wartezeit? Da kam der VLN als NLS-Veranstalter eine Idee: Die Rennserie wanderte kurzerhand ins Internet.

Wegen der begrenzten Server-Kapazitäten können bei der Digitalen NLS nur 64 Startplätze vergeben werden. Der Livestream auf www.VLN.de, YouTube und der Gamer-Plattform Twitch startet alle zwei Wochen samstags um 11 Uhr. Drei Stunden packende Renn-Action werden mit einer rund zweistündigen Talkrunde mit den beiden Streckensprechern Patrick Simon und Olli Martini garniert. Die Fans nehmen das Konzept an: Nach Angaben der VLN gab es bei der Premiere am 4. April über 200.000 Zugriffe.

Marek Böckmann Rennanzug Helm Rennen

Ganz wichtig ist das richtige Equipment, das im Falle Böckmanns vom Anbieter Fanatec bezogen wird. Foto: Ann-Kathrin Germann

Rennfahrer und SIM-Racer in einem Team

Das Besondere an der Digitalen DNLS ist, dass hier nicht nur renommierte Nordschleifen-Cracks, sondern auch sogenannte SIM-Racer ihre Runden drehen. Manche Rennställe treten sogar nur mit E-Sport-erfahrenen Fahrern an. Andere wie der von IDENTICA gesponserte Rennstall BLACK FALCON setzen auf Teams, die aus einem Rennfahrer aus der echten und einem Piloten aus der digitalen Welt zusammengesetzt sind. So fuhren die Rennfahrer Carlos Rivas und Marek Böckmann im Wechsel mit Patrick Schillikowski, einem der erfahrensten SIM-Racer Deutschlands.

Für Carlos Rivas, den amtierenden Meister der Porsche Carrera CUP Deutschland Amateurwertung und mit acht Siegen und zehn Jahren Erfahrung ein wahrer Champion, war das virtuelle Rennen eine ganz neue Erfahrung. „Zwar habe schon zu Hause am Simulator trainiert, um mich auf eine Strecke vorzubereiten, aber richtige Rennen gegen andere SIM-Racer bin ich vor dem Start der Digitalen NLS noch nicht gefahren“, so Rivas.

Der erst 23-jährige Böckmann hat dagegen schon rund anderthalb Jahre virtuelle Rennerfahrung. „Darauf gebracht hat mich ein Freund aus Schulzeiten, der passionierter SIM-Racer ist“, so der junge Rennfahrer. „Er bat mich wegen meiner Erfahrung aus der Praxis ein paar Coaching-Tipps zu geben.“ Beim ADAC Digital Cup schlug sich Böckmann in zwei Saisons beachtlich und erreichte einmal den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Marek Böckmann Simulator Bildschirm-Infos

Home-Office statt Rennstrecke: Während des digitalen Rennens kann sich der Fahrer Infos über seine Performance auf den Bildschirm holen. Foto: Ann-Kathrin Germann

Marek Böckmann Rennanzug Helm Lenkrad

Perfekte Kontrolle: Auch im Simulator sorgen die Handschuhe für einen besseren Grip am Lenkrad und eine präzisere Lenkung. Foto: Ann-Kathrin Germann

SIM-Racer im Vorteil

Der Porsche 911 CUP im typischen IDENTICA Design sieht dem Original zum Verwechseln ähnlich, ist aber nur ein virtuelles Rennauto – mit ganz anderen Fahreigenschaften. „Die SIM-Racer sind bei der Digitalen NLS deshalb natürlich im Vorteil und pro Runde auch schon mal zehn Sekunden schneller unterwegs“, erklärt Böckmann. „Während man auf der echten Rennstrecke vor allem auf zu schnell angefahrene Kurven und Unebenheiten aufpassen muss, die einen ins Kiesbett befördern können, kann man da auf dem virtuellen Ring einfach hinüberfahren. Das muss man erst einmal lernen.“

In puncto Strategie sei die Digitale NLS dagegen auch auf dem echten Asphalt eine gute Schule, findet der junge Rennfahrer. Man arbeite zwar wie im echten Rennen mit Spottern zusammen, die die Gegner beobachteten, aber man habe beim virtuellen Racing die Möglichkeit auch mal aus der Vogelperspektive auf den Verlauf zu blicken und so Boxenstopps besser zu planen.

Porsche 911 CUP IDENTICA BLACK FALCON hinten

Für die Digitale NLS werden maximal 64 Startplätze vergeben. Foto: IDENTICA/BLACK FALCON

Training bleibt das A und O

Wie viele andere Menschen in Corona-Zeiten arbeiten die Fahrer von BLACK FALCON zu Hause. Ganz wichtig ist dabei das richtige Equipment, das z.B. im Falle Böckmanns wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses vom Anbieter Fanatec bezogen wird. Die Fahrer trainieren täglich fünf bis sechs Stunden. Zur Vorbereitung auf die reale NLS stehen Testläufe auf dem Nürburg- oder Hockenheim-Ring an. Daneben müssen sich die Cracks aber auch gesund ernähren und körperlich fit halten. Auf den Trainingsplan kommen deshalb ausgedehnte Lauf- und Radfahreinheiten.

„Das Interesse der Fans am SIM-Racing wird auch nach Corona hoch bleiben“, glaubt Marek Böckmann. Er ist sich jedoch mit seinem Team-Kollegen Carlos Rivas einig, dass das für sie nicht die Runden mit dem echten Porsche 911 CUP des Teams BLACK FALCON im IDENTICA Design ersetzen kann. Dafür haben die beiden Rennfahrer einfach zu viel Benzin im Blut.

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