Ab wann lohnt es sich, in die eigene betriebliche Infrastruktur zu investieren, um die Kalibrierung der Fahrzeugsensorik selbst vorzunehmen?

Kalibrierung im Unternehmen, ja oder nein?

23.06.2022 | ProfiTipps

Angesichts der hohen Kosten stellt sich die Frage, wann eine Investition in die eigene Infrastruktur Sinn ergibt, um selbst kalibrieren zu können. Unternehmensberaterin Marina Markanian von bpr liefert praxisorientierte Tipps.

 

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Unternehmensberaterin Marina Markanian von bpr.

Unternehmensberaterin Marina Markanian von bpr.

Frau Markanian, wenn ich mich für meinen Betrieb mit dem Thema Kalibrierung auseinandersetze – wo fange ich dann an?

Marina Markanian: Starten Sie mit der Analyse Ihrer strukturellen Rahmenbedingungen. Das wäre als erstes das vorhandene Raumangebot. Fragen Sie sich, ob Sie in Ihrem Betrieb überhaupt die notwendige Fläche zur Verfügung haben oder wie Sie diese schaffen können.

Nun habe ich ausreichend Platz – was prüfe ich als nächstes?

Analysieren Sie im nächsten Schritt, wie viele Autos Sie in Zukunft pro Jahr kalibrieren müssen und können. Und fragen Sie sich dann, wie viel Zeit ihr Team pro Fahrzeug benötigt, dieses an einen externen Partner zu überstellen und welche Kosten Ihnen Ihr Partner in Rechnung stellt. So kommen Sie schnell auf eine Summe, die Sie diese Vorgänge kosten – und die Sie potenziell einsparen, wenn Sie die Kalibrierung selbst übernehmen. Zu dieser Prüfung gehört nicht nur die Anzahl der Autos, sondern auch die Segmentierung nach Marken. Es ist in der Praxis nicht empfehlenswert, alle Fahrzeuge aller Marken selber zu kalibrieren. Daher ist eine flexible Vorgehensweise sinnvoll. Ich rate daher, sich auf die Marken, die hauptsächlich im Betrieb instandgesetzt werden, bei der Kalibrierung zu spezialisieren.

 

Welche Investitionen stehen in diesem Fall an?

Für ein Multimarkentool der gängigen Hersteller müssen Sie mehrere zehntausend Euro veranschlagen. Hier sollten Sie verschiedene Szenarien aufmachen: Wollen Sie kaufen oder leasen? Wir sprechen von einem Zeitraum von maximal fünf Jahren, die solch ein Tool nutzbar ist. Hier müssen Sie gegenrechnen, ob die oben genannte Zeitersparnis sich lohnt und welchen Umsatz Sie mit den Kalibrierungsarbeiten selbst generieren können. Wichtig ist auch, dass Sie bei der Finanzierung daran denken, Schulungen für Ihre Mitarbeiter einzuplanen, sprich, Schulungskosten und Abwesenheitszeiten.

Ab wieviel Mitarbeitern lohnt es sich, das Thema Kalibrierung anzugehen?

Hierfür gibt es keine Faustformel. Es kommt eher darauf an, wie viele Autos Sie jährlich Instandsetzen. Da kann ein vergleichsweise kleiner Betrieb mit wenigen Mitarbeitern durchaus ein hohes Maß an Produktivität aufweisen – wenn er gut aufgestellt ist.

Wo bekomme ich Unterstützung, wenn ich diese Analysen vornehmen möchte?

Wir von bpr helfen hier gerne weiter. Sowohl beim Thema Finanzierung als auch beim Thema Leasing – wobei hier natürlich auch die Hersteller und Leasinggesellschaften gute Ansprechpartner sind.

 

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