“Die Reparatur eines Caravans oder Wohnmobils ist viel komplexer als die Reparatur eines PKW”, erklärt Andreas Papandreou. Foto: Bkomm

„Ein Bereich, der viel Spaß macht“

21.08.2020 | Werkstatt

Andreas Papandreou ist Inhaber eines K+L-Betriebes im nordrhein-westfälischen Overath, der seit drei Jahren ZKF-zertifizierter Caravan-Fachbetrieb ist. Warum er auf das zusätzliche Standbein setzt und was er rund um die Caravan-Reparatur für besonders wichtig hält, verrät er im color.news-Interview.

Herr Papandreou, warum haben Sie sich vor drei Jahren entschlossen, in Ihrem Betrieb zusätzlich Wohnmobile und Wohnwagen Instand zu setzen?
Camping mit Wohnmobil und Wohnwagen ist seit 16 Jahren mein persönliches Hobby, daher finde ich alles rund um das Thema Camping-KFZ interessant. Dazu kommt, dass ich schon lange einen guten Kontakt zu drei Caravanhändlern hier in der Nähe habe. Für diese Händler haben wir mit kleineren Reparaturen begonnen und uns dann hier im Betrieb allmählich in das Thema hineingearbeitet.

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Welche Herausforderungen gibt es rund um das Thema Caravan für K+L-Betriebe?
Die Reparatur eines Caravans oder Wohnmobils ist viel komplexer als die Reparatur eines PKW. Es gibt kaum Betriebe, die sämtliche Arbeiten in diesem Bereich selbstständig leisten können. Wenn es etwa um Schreinerarbeiten im Innenraum geht, dann brauchen Sie einen Schreiner vor Ort, mit dem Sie kooperieren. Wir fassen rund um die Gasleitungen nichts selbst an, sondern arbeiten hier mit einem Fachkundigen zusammen. Für die Zertifizierung beim ZKF müssen Sie nachweisen, dass Sie all diese Leistungen entweder selbst fachgerecht erbringen können oder hierfür Partner haben. Caravan erfordert Kooperation.

Auch mit den Händlern?
Definitiv! Die Hersteller liefern ihre Ersatzteile nur an Händler und nicht an Werkstätten. Das heißt, dass Sie als K+L-Betrieb auf einen Händler in der Nähe angewiesen sind. Wenn Sie ein Ersatzteil erhalten, bedeutet das aber nicht immer, dass es genau passt, sondern dass Sie es gegebenenfalls noch selbst modifizieren müssen. Sie brauchen daher mindestens einen Mitarbeiter im Betrieb, der ein “Bastler” ist und kreative Lösungen findet.

Klingt kompliziert.
Ist es in Teilen auch. Aber es ist auch ein Bereich, der viel Spaß macht und eine ständige Weiterbildungsmöglichkeit für die Mitarbeiter bedeutet. Und da oftmals nicht einfach ausgetauscht werden kann, sondern repariert werden muss, lassen sich im Sektor Caravanreparatur viele Stunden abrechnen.

„Ein kleiner, aber wachsender Teil unseres Gesamtumsatzes”
Andreas Papandreou
Das Unternehmen von Andreas Papandreou ist seit 3 Jahren ZKF-zertifizierter-Caravanbetrieb. Foto: Bkomm

Lohnt sich das Caravan-Geschäft für Sie?
Es ist ein kleiner, aber wachsender Teil unseres Gesamtumsatzes. Ein interessanter Aspekt ist, dass Kunden, die von uns ihren Caravan oder ihr Wohnmobil Instand setzen lassen, später unter Umständen auch mit ihrem PKW zur Reparatur kommen. Und in letzter Zeit nimmt die “Laufkundschaft” zu: Immer wieder schauen Kunden bei uns rein, die im Vorbeifahren bei uns auf dem Hof ein Wohnmobil stehen sehen.

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