Bis die Lackierung eines Race Trailers abgeschlossen ist, müssen einige Hindernisse überwunden werden.

Lackierung mit Hindernissen

4.07.2022 | Werkstatt

Sigurd Goedicke betreut Axel Jungs betrieb seit Jahren als Techniker. Welche besonderen Herausforderungen es beim Lackieren der Race Trailer gibt, was geht und was nicht geht: ein Technikgespräch.

 

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Herr Goedicke, die Lackierarbeiten, die in Axel Jungs Betrieb durchgeführt werden, sind nicht ganz alltäglich. Zunächst einmal: Wie viele Liter Lack werden benötigt, um einen Race Trailer zu lackieren?

Wenn Sie davon ausgehen, dass hier Großraumfahrzeuge von rund 15 Metern Länge lackiert werden, müssen Lackmengen natürlich vollkommen anders kalkuliert werden. Je nach Bauart – ob Sandwichbauweise oder Aluminiumprofile – werden unterschiedliche Mengen benötigt. Es können durchaus 30 bis 40 Liter Grundmaterial – das heißt WashPrimer und 2k Füller – erforderlich sein. Es hängt natürlich auch noch davon ab, ob das Dach mitlackiert wird oder nicht. Wird im Zweischichtsystem lackiert, werden in der Regel Wasserbasissysteme verarbeitet. Hier müssen circa 40 Liter Wasserbasislack und etwa 30 Liter lösemittelhaltiger 2k Klarlack einkalkuliert werden. Wird ein Trailer im Einschicht-Acrylsystem mit 2k Decklack lackiert, dann bleiben die Grundmaterialmengen zunächst gleich und wir sprechen von einer Menge von ungefähr 35 Litern Decklack. Um die Qualität der Oberfläche zu erhöhen, wird in der Regel eine zusätzliche Schicht Klarlack aufgetragen. So wird obendrein der optische Eindruck perfektioniert.

Mit den gängigen Gebinden kommt man bei den Mengen nicht weit?

Herr Jung bekommt den Lack direkt aus unserem Karlsruher Lager geliefert, meist in Einheiten von 10 oder 25 Litern. Vielleicht ist es auch noch interessant zu wissen, dass wir ihm ein Halbprodukt liefern. Das bedeutet, dass der Verarbeiter vor Ort Härter, Einstellzusatz und Weiteres selbst hinzufügen muss.

Warum wird nicht die fertige Mischung geliefert?

Bei solch großen Flächen werden verschiedene Applikationstechniken angewendet. Es wird mit einem Druckkesselgerät lackiert, mit einer Pumpe oder teils auch mit der üblichen Becherlackierpistole. Bekanntermaßen muss das Material auf die Applikationstechnik angepasst werden, und das muss direkt im Betrieb geschehen.

Die Kunden, die bei Axel Jung bestellen, wünschen sich Lackierungen in Pkw-Qualität. Eine Herausforderung für Material und Anwender?

Mit unserem Material, seien es wasserbasierte Lacke oder klassische Acryllacke, ist die Lackierung von Großraumfahrzeugen in exzellenter Qualität möglich. Wir testen alles ausführlich und können darüber hinaus auch flexibel auf besondere Bedürfnisse des Kunden reagieren. Alles ist möglich, von Hochglanz bis Matt. Hier stehen wir von Spies Hecker mit dem erfahrenen Lackiermeister der Firma Jung, Herrn Cibella, in sehr engem Kontakt, um ihn und seine Mitarbeiter durch Schulungen immer auf dem neuesten Stand zu halten.

 

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