Moderne Karten-Terminals wie das SumUp Air sind fast ausnahmslos mit einem NFC-Chip ausgestattet. Foto: SumUp

Plastik statt Bares

23.06.2020 | Werkstatt

Kontaktloses Bezahlen mit Karte oder Smartphone mindert das Ansteckungsrisiko. Das hat uns Corona gelehrt. Welche Bezahlarten es gibt, welche für K+L-Betriebe am günstigsten sind: ein Überblick.

Wurden im Dezember 2019, also vor der Pandemie, laut Handelsverband Deutschland (HDE) nur circa 35% aller Transaktionen per Karte oder Smartphone abgewickelt, betrug der Anteil dieser bargeldlosen Bezahlformen im April 2020 schon rund 65%. Jörg Bernhauer, Associate Director beim Bundesverband deutscher Banken (BDB): „Ich gehe davon aus, dass das Bargeld in diesem Jahr weiter an Boden verlieren wird.“ Denn: bargeldlos bedeutet kontaktlos.

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Am populärsten ist zurzeit in Deutschland mit rund 100 Millionen Stück die Girocard, früher ec-Karte genannt. Sie wird von den meisten deutschen Banken kostenlos oder gegen eine geringe Jahresgebühr ausgegeben. Für die Werkstätten bietet sie direkte Vorteile: es gibt keinen technischen Mindestbetrag. Außerdem besteht aufgrund der Zahlungsgarantie der kartenausgebenden Bank die Sicherheit, dass das Geld seiner Kunden in der Regel innerhalb von 24 Stunden auf seinem Konto landet. Die Gebühren liegen bei 0,2% des jeweiligen Umsatzes.

Bei den Debit- und Kreditkarten sind dagegen bei den in Deutschland führenden Anbietern Visa und Mastercard 2,5% des Betrages fällig. Es gibt aber auch günstigere Bezahldienstleister, die nur 1,4% des Umsatzes oder eine Gebühr pro Transaktion erheben. Bei diesem Geschäftsmodell gilt: Je mehr Transaktionen ein Betrieb tätigt, desto günstiger ist die einzelne Transaktion für ihn. „Große Unternehmen mit vielen Transaktionen investieren eher in den Kauf von Karten-Terminals, während kleine Unternehmen mit weniger Transaktionen diese eher mieten“, so Experte Jörg Bernhauer vom Bankenverband.

Da das Bezahlen mit Apple Pay oder Google Pay im Kommen ist, sollten sich Betriebe auch darauf einstellen. Das bedeutet, dass sie bei Anschaffung oder Miete eines Karten-Terminals darauf achten müssen, ob es NFC-fähig ist. NFC steht für Near Field Communication und ermöglicht das völlig kontaktlose Bezahlen: das Smartphone muss nur in geringem Abstand vor das Gerät gehalten werden. Fast alle deutschen Kreditinstitute bieten mittlerweile die Verknüpfung von Kredit- und Debitkarten mit Apple Pay und Google Pay an. Der Kunde benötigt nur ein iPhone bzw. Android-Smartphone mit NFC-Chip und der entsprechenden App.

Banken, Sparkassen und Volksbanken bieten Unternehmenskunden ihre Kartenlesegeräte oft zu individuellen Konditionen an. Dieses Angebot sollte der Betrieb mit den Konditionen anderer Dienstleister vergleichen. Wichtig hierbei: der Anbieter muss von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zertifiziert sein und seine Kundendaten auf deutschen Servern speichern.

Die Girocard ist mit 100 Millionen Karten in Deutschland am weitesten verbreitet. Foto: EURO Kartensysteme

  • Wie viel Transaktionen haben Sie pro Monat?
  • Wie hoch ist der durchschnittliche Umsatz pro Transaktion?
  • Wie viele Zahlungen werden mit Kredit- und Debitkarten abgewickelt?
  • Erfragen Sie die Konditionen von mehreren Bezahldienstleistern.
  • Fragen Sie bei Ihrer Hausbank nach einem individuellen Angebot.
  • Wählen Sie auf jeden Fall ein Kartenlesegerät mit NFC.

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