Die Zahl der Wildunfälle erreicht Rekordhoch, somit steigen auch die Kosten für die Versicherungen. Bild: Gallinago_media/shutterstock.com

Schäden durch Wildunfälle erreichen Rekordhoch

29.10.2020 | Werkstatt

2019 ereigneten sich in Deutschland mehr Wildunfälle als je zuvor. Allerdings war die Steigerung nicht so groß die Zunahme der Schadenssumme. Die legte um rund 17 Prozent zu.

Anzeige

Die deutschen Autoversicherer haben 2019 den Rekordwert von rund 295.000 Wildunfällen registriert. Das waren rund 27.000 (10,0 Prozent) mehr als im Vorjahr. Der bisherige Höchstwert war 2017 mit 275.000 Wildunfällen erreicht worden. Diese Zahlen veröffentlichte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Deutlich höher als bei der Unfallzahl fiel 2019 aber der Anstieg der Versicherungsleistungen für Wildunfälle aus. Hier verbuchte der GDV eine Zunahme um rund 128 Millionen Euro (plus 17 Prozent) auf 885 Millionen Euro. Neben der um zehn Prozent gestiegenen Zahl der Unfälle sieht der GDV eine weitere Ursache für die gestiegenen Ausgaben in „höheren Preisen für Karosserieteile, die nach Wildunfällen häufig ausgetauscht werden müssen“. 

Kosten für Wildunfälle

Klare Verteilung: Im späten Frühjahr sowie im Spätherbst und frühen Winter geschehen die meisten Unfälle mit Wildtieren. Bild: Bkomm

Nach GDV-Berechnung waren die Ersatzteilpreise in den vergangenen zwölf Monaten um knapp fünf Prozent gestiegen.

 

Täglich 800 Kollisionen mit Wildtieren

Wildunfälle pro Monat

Die Zahl der versicherten Wildunfälle stieg 2019 um rund zehn, die Schadenssumme um 17 Prozent. Bild: Bkomm

Rein rechnerisch kollidierten den GDV-Zahlen zufolge jeden Tag 800 kaskoversicherte Pkw mit Wildtieren, allerdings ist die Gefahr eines Wildunfalls übers Jahr ungleich verteilt: Besonders hoch ist das Risiko in den Monaten April und Mai und von Oktober bis Dezember.

Die Versicherer raten Autofahrern, die Warnschilder vor Wildwechsel zu beachten und ihre Fahrweise entsprechend anzupassen: Am Rand von Wiesen, Feldern und Wäldern abbremsen und vor allem in der Dämmerung die Geschwindigkeit verringern, empfiehlt der GDV. Wenn Wild auf der Straße oder am Straßenrand auftaucht, sollten Autofahrer das Fernlicht abblenden und langsam fahren. Riskante Ausweichmanöver sollten sie vermeiden. Der Zusammenprall mit einem anderen Auto oder einem Baum berge in der Regel größere Gefahren als die Kollision mit einem Tier.

Ist trotzdem ein Unfall geschehen, gelten die bekannten Regeln: Unfallstelle sichern, Warnblinklicht einschalten, Warndreieck aufstellen, die Polizei benachrichtigen und ein verletztes oder getötetes Tier möglichst nicht anfassen. Das Bergen des Tieres ist Aufgabe des Försters oder Jagdpächters. Zudem ist es sinnvoll, Fotos vom Unfallort, vom Tier und vom Fahrzeug machen. Das ist hilfreich für eine schnelle Schadenbearbeitung. Für diese stellen Polizei, Förster oder Jagdpächter eine Wildunfallbescheinigung aus. Außerdem wichtig: den Versicherer anrufen, bevor die Wildspuren beseitigt sind oder das Fahrzeug repariert, verschrottet oder verkauft wird.

Anzeige

Anzeige