Daisy Wheel 3.0 beschleunigt und optimiert den Mischprozess – ganz automatisch. Bild: Axalta 

„Wir verwenden nun vorgefüllte Flaschen.“

17.12.2021 | Werkstatt

Axalta Refinish und Fillon Technologies haben mit Daisy Wheel 3.0 eine neue Generation automatisierter Farbmischanlagen auf den Markt gebracht. Wir sprachen mit Elise Meunier, Sales & Marketing Director EMEA, Fillon Technologies, und Dietmar Rausch, Product Marketing Manager Axalta Deutschland, über Hintergründe, Nutzen und Herausforderungen.

Anzeige

Seit wann gibt es die Zusammenarbeit zwischen Fillon und Axalta?

Elise Meunier: Gefühlt eine Ewigkeit. Wenn ich aber allein auf das Thema Daisy Wheel blicke, schätze ich sie seit Start der Entwicklung auf circa zehn Jahre. Wir sind daher ein Anbieter mit sehr langer Erfahrung auf dem Markt für automatisierte Mischprozesse.

Warum kommt nun Daisy Wheel 3.0?

Elise Meunier: Mit Einführung der ersten Daisy Wheel haben wir eine Tür aufgestoßen, durch die viele Lackierbetriebe in Europa eine neue Dimension des Mischprozesses erreichen. Seither kommen aus der Praxis immer wieder Anregungen für Optimierungen und Erweiterungen. Diese Vorschläge sind in die neue Generation der Daisy Wheel eingeflossen.

Frank Forst, Vertriebsleiter Spies Hecker

Elise Meunier, Sales & Marketing Director EMEA, Fillon Technologies. Bild: Fillon

Dietmar Rausch: Auch wir erhielten auf Basis der engen Beziehung zu unseren Kunden einige konstruktive Hinweise zur Verbesserung der Anwenderfreundlichkeit – vom neuen Bechersensor bis hin zum optimierten Reinigungsprozess. Diese konnten wir im Rahmen der Entwicklung von Daisy Wheel 3.0 einbringen, Fillon hat sie dann technisch umgesetzt.

Wo sehen Sie die entscheidenden Vorteile der neuen Anlage?

Elise Meunier: Wir konnten viele Punkte weiter verbessern. Durch die optimierte Steuerung laufen die Prozesse rund 30 Prozent schneller ab. Die Reinigung erfolgt vollautomatisch und die gesamte Steuerung durch den Bediener konnten wir weiter vereinfachen. Die kleinste ausmischbare Menge beträgt 50 Gramm – was die Daisy Wheel 3.0 auch für kleine Reparaturen attraktiv macht.

Dietmar Rausch: Was für uns als Vorteil besonders zählt, ist die Verwendung von vorgefüllten Flaschen. Diese kommen direkt aus unserem Lager. Das bedeutet für den Lackierbetrieb eine erhebliche Zeiteinsparung. Der Anwender muss nur noch die leere Flasche ersetzen; dabei kann kein Fehler geschehen, da Daisy Wheel jetzt automatisch prüft, ob es sich um den korrekten Farbton handelt.

Elise Meunier: Vielleicht noch ein Satz zu den Varianten. Neben der Ex-geschützten Variante steht den Lackierern nun auch eine nicht Ex-geschützte, deutlich kostengünstigere Ausführung zur Verfügung. Dies war zum Beispiel eine der vielen Anregungen aus der Praxis, die wir umsetzen konnten.

Das bedeutet – von der Farbtonfindung bis zum fertig ausgemischten Lack sind nun alle Schritte automatisiert möglich?

Dietmar Rausch: Ja, bei Verwendung eines unserer Farbtonmessgeräte und der entsprechenden Software zur Formelsuche liefert unser System die notwendigen Daten direkt an Daisy. Der Lackierer muss nur noch den Becher unterstellen und den Startknopf drücken.

Beherrscht der einzelne Lackierbetrieb noch die geballte Technologie solcher Anlagen?

Elise Meunier: Wir haben großen Wert daraufgelegt, dass das komplette System einfach zu installieren ist, zuverlässig läuft und selbsterklärend arbeitet. Wer ein Handy bedienen kann, kommt auch mit dem Bildschirm von Daisy Wheel 3.0 zurecht. Die umfassende Technik arbeitet unsichtbar im Hintergrund.

Preisverleihung bei Spies Hecker

Dietmar Rausch, Product Marketing Manager Axalta Deutschland. Bild: Axalta

Sieger Azubi Akademie

Ein grünes Signal zeigt an, dass der Mischvorgang beendet ist.
Bild
: Axalta

Mit welchen Maßnahmen haben Sie die Bedienung erleichtert?

Elise Meunier: Ich nenne Ihnen einige Beispiele: Die Flaschen sind vorgefüllt, also kein Umfüllen mehr. Ein QR Code sichert die korrekte Nutzung von Flaschen und Dosierventilen. Der Anwender wird über Füllstände permanent informiert. Das Fehlen eines Bechers bzw. die falsche Positionierung eines Bechers wird erkannt. Das Status der Maschine wird durch Farben angezeigt: blau – die Maschine ist bereit zum Dosieren, weiß – die Dosierung läuft, grün – die Farbe ist fertig.

Thema Wartung und Reparatur – wie haben Sie diese Punkte organisiert?

Elise Meunier: Wir haben unser eigenes Team von Technikern, die sich um Installation, Wartung und Einsätze kümmern. Dazu arbeitet Fillon auch mit mehreren lokalen Service-Partnern, die in unserem Hauptsitz in Frankreich geschult werden. Unsere deutschsprachige technische Hotline besteht aus zwei deutschen Kolleginnen, die unsere Kunden intensiv begleiten.

Ist die Zeit reif für den breiten Einsatz automatisierter Mischsysteme?

Elise Meunier: Wenn wir in die Lackierwerkstätten blicken, erkennen wir jeden Tag eine ganze Reihe neuer Herausforderungen. Denken Sie nur an die Veränderungen, die sich durch die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit ergeben. Hier ist der Höhepunkt des Umwandlungsprozesses sicherlich noch nicht erreicht. Hinzu kommen bekannte, allgegenwärtige Stressfaktoren wie der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und der Bedarf an höherer Produktivität. Die Lösung für diese aktuellen und künftigen Aufgaben liegt oft – nicht immer – in einem Fortschritt der Technologie. In diesem Gesamtrahmen können die Betriebe mit Daisy Wheel 3.0 einen entscheidenden Vorsprung erzielen.

Dietmar Rausch: Die vollautomatische Dosierung macht den gesamten Prozess sicher, einfach und schnell, wodurch unsere Kunden enorme Effizienzsteigerung erzielen und die Durchlaufzeit in der Spritzkabine optimieren können. Vorteile, die im heutigen harten Wettbewerb entscheidende Punkte bringen. Einzige Voraussetzung: Der Unternehmer muss sich für die neue Technologie und damit den technischen Fortschritt entscheiden.

 

Frau Meunier, Herr Rausch – vielen Dank für das Gespräch.

Anzeige

Anzeige