Für K&L-Betriebe relevante Ersatzteile zur Unfallinstandsetzung sind im vergangenen Jahr im Preis gestiegen. Teure Bauteile wie Sensoren verstärken diesen Effekt. Bild: shutterstock/Hrynevich Yury

Zahl des Monats: Ersatzteile werden erneut teurer

13.10.2021 | ... des Monats

Um gut sechs Prozent sind ausgewählte Automobilersatzteile innerhalb eines Jahres teurer geworden. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft macht dafür die Designschutzregeln verantwortlich.

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Von August 2020 bis August 2021 sind viele Autoersatzteile nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um 6,2 Prozent teurer geworden. Der GDV bezieht in seiner Berechnungen 20 Teile ein, die typischerweise nach Unfällen ersetzt werden müssen, beispielsweise Crashboxen, Kotflügel, Motorhaube, Seitenwände oder Windschutzscheibe. Für die Preissteigerungen, die schon lange deutlich über der Inflationsrate liegen, macht der GDV die Vorschriften zum Designschutz verantwortlich. Der Verband kritisiert: „Der Designschutz sichert Autoherstellern ein Monopol auf sichtbare Karosserie-Ersatzteile. Und die langen kräftig zu, wie neue Zahlen der Versicherer abermals belegen.“ Durch die Regeln würden alle sichtbaren Karosserieersatzteile geschützt. „Autofahrer und Werkstätten können viele Ersatzteile nur vom Hersteller des Autos kaufen, es gibt auf diesem Markt keinen freien und fairen Wettbewerb“, sagt die stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach.

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Deutlich stärker als die Inflationsrate legen seit vielen Jahren die Ersatzteilpreise zu, wie der GDV bemängelt. Der Unterschied zur Entwicklung der Neuwagenpreise ist geringer.

„Während der Verbraucherpreis-Index seit Januar 2013 um 13 Prozent nach oben ging, erhöhten Autohersteller ihre Ersatzteilpreise um fast 44 Prozent“, bemängelt der GDV. Bei den Versicherern führten die höheren Ersatzteilpreise zu steigenden Reparaturkosten nach Unfällen. Im vergangenen Jahr kostete laut GDV ein Pkw-Sachschaden die Kfz-Haftpflichtversicherer im Durchschnitt circa 3100 Euro, rund fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. 2013 habe dieser Wert noch bei 2.400 Euro gelegen. Allerdings ist seit vielen Jahren auch der Anteil teurer Technik und teurerer Materialen wie Park- und Radarsensoren, Aluminium oder hochfester Stähle bei den von Crashs typischerweise betroffenen Teilen kontinuierlich gestiegen.

Für 20 Ersatzteile, die bei Unfällen häufig ausgetauscht werden müssen, ermittelt der GDV jährlich die Preisentwicklung.

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