Vor allem während des ersten Corona-Lockdowns sank 2020 die Zahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Das schlug sich auch in den Bilanzen der Versicherer nieder. Bild: Bkomm

Zahl des Monats: Unfallschäden kosteten 2020 fast zehn Prozent weniger

1.02.2021 | ... des Monats

Das Volumen der Unfallschäden, für welche die Deutschen Versicherungsunternehmen aufkommen mussten, ist 2020 Corona-bedingt deutlich gesunken – allerdings nicht so stark wie die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle.

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22,7 Milliarden Euro gaben die deutschen Versicherer 2020 für die Regulierung von Unfallschäden insgesamt aus. Das sind 2,3 Milliarden oder 9,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit profitierten die Unternehmen offensichtlich von dem durch Corona-Einschränkungen gesunkenen Verkehrsaufkommen. Überdurchschnittlich sanken die Zahlungen mit 10,5 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro im Bereich der Haftpflichtschäden. Mit minus 7,0 Prozent (auf 8,2 Milliarden Euro) und minus 6,5 Prozent (auf 1,0 Milliarden Euro) waren die Rückgänge in der Voll- und Teilkaskoversicherung.

Kosten für Wildunfälle

Vor allem bei den Zahlungen für Haftpflichtschäden mussten die deutschen Versicherer 2020 deutlich weniger tief in ihre Kassen greifen. Bild: Bkomm

Unfallzahlen sanken stärker als Versicherungsleistungen

Damit sind die Versicherungsschäden allerdings deutlich weniger stark zurückgegangen als die Unfallzahlen insgesamt. Von Januar bis November 2020 ging die Zahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 15,5 Prozent auf 2,1 Millionen zurück. Die Daten für das Gesamtjahr dürften erst Ende Februar vorliegen. Doch geht der ADAC in einer Prognose davon aus, dass das Jahr mit 2,27 Millionen (minus 15,5 Prozent) Verkehrsunfällen zu Ende gegangen ist. Dass die Zahl der im Verkehr Getöteten unterproportional gesunken ist – bis Oktober um 10,4 Prozent auf 2523 – führt der ADAC darauf zurück, dass infolge der Pandemie mehr Menschen zu Fuß gegangen oder aufs Fahrrad gewechselt sind. Die Zahl der getöteten Fußgänger und Radfahrer stieg laut ADAC um jeweils vier Prozent.

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