Im Jahr 2020 seltener zu sehen: Ein durch Hagel beschädigter Pkw. Bild: Christian Delbert / shutterstock

Zahl des Monats: Viel weniger Hagelschäden in den Werkstätten

6.07.2021 | ... des Monats

Für Hagelschäden in der zweiten Juni-Hälfte müssen Versicherer tief in die Tasche greifen. Das Volumen wird auf 700 Mio. Euro geschätzt. Rund doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2020.

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Die Unwetterserie vom 18. bis 30. Juni 2021 mit heftigem Starkregen und Hagel hat nach vorläufigen Schätzungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) versicherte Schäden in Höhe von 1,7 Milliarden Euro verursacht. Davon entfällt eine Milliarde Euro auf beschädigte Häuser, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetriebe. 

Mit rund 275.000 Schäden in Höhe von 700 Millionen Euro sind zudem die Kfz-Versicherer ebenfalls stark von Hagelschäden betroffen.

2020 dagegen gab es für die Karosserie- und Lackbetriebe deutlich weniger Hagelschäden zu reparieren, wie die GDV-Statistik zeigt. Der Durchschnitt der vergangenen 20 Jahren liegt bei 900 Millionen Euro. Mit 350 Millionen Euro wurde im vergangenen Jahr nur gut ein Drittel dieses Werts erreicht. „Das lag vor allem daran, dass schwere Hagelereignisse und im Herbst schwere Stürme ausgeblieben sind“, so GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Kfz-Schäden Entwicklung

Weniger Umsatz für die Karosserie- und Lackbetriebe durch Hagelschäden. Die versicherten Schäden erreichten 2020 nur gut ein Drittel des langjährigen Mittels. Bild: Bkomm

Mit durchschnittlich 4,9 Schadenmeldungen auf 1000 kaskoversicherte Fahrzeuge waren die Autofahrer in Bayern am stärksten von Unwettern betroffen. Damit führt Bayern die bundesweite Naturgefahrenbilanz an, die der GDV jüngst vorgestellt hat. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Baden-Württemberg (4,0) und Nordrhein-Westfalen (3,2). Schlusslicht der Statistik ist Schleswig-Holstein. Mit 1,5 Schadenmeldungen pro 1.000 ganzjährigen Verträgen sind hier die Autofahrer vergleichsweise glimpflich davongekommen.

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