Verkehrsunfall: Fahrerassistenzsysteme verhindern manchen Crash, machen den einzelnen Schaden aber im Schnitt teurer, sagen die Kfz-Versicherer. Foto: Adobe Stock/Panumas 

Zahl des Monats: Assistenzsysteme senken Unfallkosten nur um zwölf Prozent

26.11.2021 | ... des Monats

Die Zahl der Verkehrsunfälle wird durch Fahrerassistenzsysteme zurückgehen, aber sie verbreiten sich nur langsam – und sie machen jeden Unfallschaden im Durchschnitt teurer. Davon geht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aus.

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„Unserer Prognose zufolge machen die neuen Assistenzsysteme das Autofahren zwar sicherer, sie verbreiten sich aber nur langsam und machen Reparaturen im Schadenfall teurer, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Unter dem Strich werden die Entschädigungsleistungen der Kfz-Versicherer den GDV-Zahlen zufolge bis 2040 durch die neuen Systeme daher nur um rund 12 Prozent sinken. Im Bezugsjahr 2019 hatten die Versicherer Schäden in Höhe von 24,9 Milliarden Euro reguliert.

Untersucht haben die Versicherer die mutmaßlichen Effekte von sieben Assistenzsystemen: Spurhaltesystem, Spurwechselassistent, Notbremsassistent, Park- und Rangierassistent, Autobahnpilot, City-/Landstraßenpilot, Abbiegeassistent für Lkw. Die geringsten Auswirkungen auf die gesamte Schadenssumme haben diese Systeme dem GDV zufolge in der Kaskoversicherung, wo höhere Reparaturkosten die gesunkenen Unfallzahlen zunächst sogar komplett kompensieren könnten. Selbst wenn sich die Assistenten schneller als erwartet den deutschen Pkw-Bestand durchdringen, rechnen die Versicherer bis 2040 hier maximal mit einem Rückgang um sieben Prozent. Einen stärkeren Rückgang der gesamten Schadenssumme – um rund 17 Prozent – erwarten sie in der Kfz-Haftpflichtversicherung.

Nicht berücksichtigt ist in beiden Fällen die Inflation. Als Beispiel für verteuerte Reparaturen nennt der GDV den Austausch einer Windschutzscheibe, der infolge verbauter Assistenzsystemtechnik rund 25 Prozent teurer werde. Auch die erwartete Zunahme des Pkw-Bestands um rund drei Prozent auf 46,5 Millionen bis 2040 dürfte den Rückgang der von den Versicherern zu bezahlenden Schäden begrenzen.

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